Blog der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft

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Deutsche Gemmologische Gesellschaft e.V.
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Für alle Beiträge behält sich die Deutsche Gemmologische Gesellschaft (Deutsche Gesellschaft für Edelsteinkunde) e.V. sämtliche Rechte vor, insbesondere die des Nachdrucks, der Übersetzung in andere Sprachen und der photomechanischen Wiedergabe. Die veröffentlichten Beiträge stellen – soweit namentlich bezeichnet – die Auffassung der Autoren dar und geben nicht notwendig die Meinung von Herausgeber und Schriftleitung wieder. (Content of this journal may not be reproduced in any form without the permission of the German Gemmological Association. Opinions expressed do not necessarily reflect the views of the Association.)

Das Turmalinvorkommen Sanga-Sanga in Tansania machte 1994 mit Funden wunderschöner mehrfarbiger Kristalle auf sich aufmerksam.

Die Fundstelle in verwitterten Pegmatiten befindet sich ca. 25 km nordöstlich von Morogoro im Uluguru-Gebirge.

Zang beschrieb 1994 rosarote Kristalle in Rubellit-Qualität aus diesem Vorkommen sowie Exemplare mit dunklem Kern aus Schörl/Dravit und umgebenden braunen, gelben und dann rosafarbenen Zonen, die zum Rand hin intensiver gefärbt sind und aus Elbait bestehen.

Einige Kristalle zeigen auch attraktive rot/grüne Farbzonierungen („Watermelon“) im Schnitt senkrecht zur c-Achse, die qualitativ mit Material aus Madagaskar vergleichbar sind. Giller (2003) beschreibt die chemische Zusammensetzung der Querschnitte von innen nach außen wie folgt: pinkfarbiger Liddicoatit im Zentrum, gefolgt von pinkfarbigem Rossmanit und einem grünen Rand aus Liddicoatit.

Im vergangenen Jahr erhielt die Deutsche Gemmologische Gesellschaft e.V. von ihrem Ehrenmitglied Reinhard Balzer aus Marburg ein Set aus 12 Querschnitten, die aus einem einzigartigen Kristall aus diesem Vorkommen geschnitten worden waren, als eine weitere großzügige Spende für die Lehrsammlung.

 

glasimitationAbb. 2: Reinhard Balzer bei der Präsentation des Turmalinsets in der Lehrsammlung der DGemG.

 

Charakteristika der Turmalinquerschnitte aus Abb. 1:

Lichtbrechung: ne = 1,620, no = 1,640, Δn = 0,020

Farbursache: rote Bereiche: Mangan, grüne Zonen Eisen.

Einschlüsse: filmartige Flüssigkeitseinschlüsse (Abb. 3) mit Zwei- und Mehrphaseneinschlüssen sowie Hohlräume mit Lösungsstrukturen (Abb. 4).

 

tu1Abb. 3: Filmartige Flüssigkeitseinschlüsse ("Trichiten") mit Zwei- und Mehrphaseneinschlüssen (Immersion, x40).

 

tu2Abb. 4: Hohlräume mit Lösungsstrukturen sowie filmartige Flüssigkeitseinschlüsse (Immersion, x40).

 

Autoren

Dr. rer. nat. Ulrich Henn, Dipl.-Min. & Dr. rer. nat. Tom Stephan, M.Sc., FGG, EG, beide DGemG
© 2021

 

Literatur

Giller, B. (2003): An Overview of Tourmaline Mineralogy from Gem Tourmaline Producing Pegmatite Districts in Africa.- University of New Orleans Theses and Dissertations. Paper 18.

Zang, J. (1994): Madagaskar´s neue Konkurrenz: Zonierte Turmaline aus Sanga-Sanga, Tansania.- ExtraLapis No. 6: Turmalin, München, Christian Weise Verlag.

 

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