Blog der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft

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Deutsche Gemmologische Gesellschaft e.V.
Prof.-Schlossmacher-Str. 1
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Abb. 1 mit LogoAbb. 1: Türkis-Rohstück nach der Imprägnierung. An der Oberfläche ist deutlich das blaue Kunstharz anhand des „fettigen“ Glanzes erkennbar. An der rechten Seite des Rohstücks ist auch die blaue Farbkonzentration gut sichtbar. Breite des Rohstücks: 6 cm, Foto: T. Stephan, DGemG

 

 

Bei den als Schmucksteinen verwendeten Türkisen handelt es sich um körnige Aggregate, die eine z.T. deutliche Porosität besitzen. Dies ist der Grund, warum die Steine in der Regel stabilisiert werden, um sie zum einen schleifen und polieren zu können, zum anderen als Schmucksteine widerstandsfähiger gegenüber möglichen Verfärbungen oder mechanischen Beschädigungen (z.B. Kratzer) zu machen. Hierzu werden heute verschiedene Kunstharze verwendet, die, wie oft behauptet, farblos wären, oft jedoch farbig, d.h. blau sind (Abb. 1). Somit bewirken sie neben der Imprägnierung oft auch eine deutliche Farbintensivierung bzw. künstliche Färbung.

Es sei aber festzuhalten, dass bereits die Imprägnierung, d.h. der Porenverschluss mit farblosem Kunstharz zu einer gewissen Intensivierung der Farbe beitragen kann. Die Erkennung einer Stabilisierung/Imprägnierung ist eindeutig mit Hilfe von Infrarot- oder Ramanspektren möglich (vgl. Henn & Milisenda, 2005; Henn et al., 2020). Hinweise können aber auch schon mit Hilfe der Lupe bzw. dem Mikroskop erhalten werden.

 

 

Sammelbild 1Abb. 2: Das für die Imprägnierung verwendete Kunstharz ist an der hellblauen Fluoreszenz unter kurzwelligem UV nachweisbar, insbesondere in Bereichen von oberflächenoffenen Rissen, in die deutlich mehr Substanz in den Türkis eingedrungen ist. Bildbreite ca. 4 cm, Foto: T. Stephan, DGemG

 

 

Der Nachweis einer künstlichen Färbung bei Verwendung farbiger Kunstharze ist mit der Lupe oder dem Mikroskop nur bedingt möglich, und zwar dann, wenn oberflächenoffene Risse oder Hohlräume vorhanden sind, in denen sich der Farbstoff, d.h. das farbige Kunstharz konzentriert hat. Je nach verwendetem Kunstharz und/oder Farbstoff kann auch eine Fluoreszenz unter lang- oder kurzwelliger ultravioletter Strahlung beobachtet werden (Abb. 2).

 

 

Sammelbild 2Abb. 3: Reflexionsspektren von unbehandeltem und farbig imprägniertem Türkis

 

 

Eine eindeutige Bestimmung gefärbter Türkise kann mit Hilfe von Reflexionsspektren erfolgen und beruht auf dem unterschiedlichen Spektrum des jeweiligen farbigen Kunstharzes im Vergleich zum Cu2+-Spektrum vom Türkis. Abb. 3 zeigt das Reflexionsspektrum von Türkis im Vergleich zu dem Spektrum eines künstlich gefärbten Steins. Das Türkisspektrum ist gekennzeichnet durch einen Absorptionspeak bei 428 nm (Fe3+) und die breite Absorptionsbande von Cu2+ zwischen 600 und 900 nm. Die für die Farbe verantwortliche Reflexion liegt im blaugrünen Spektralbereich mit Maximum bei 480 nm. Der künstlich gefärbte Türkis besitzt ebenfalls den Absorptionspeak bei 428 nm sowie eine Absorptionsbande zwischen 600 und 750 nm mit einem diagnostischen Maximum bei 677 nm.

 

 

Literatur

Henn, U. & Milisenda, C. C. (2005): Türkis – Eigenschaften und Vorkommen, Imitationen und künstliche Eigenschaftsveränderungen.- Z. Dt. Gemmol. Ges. 54, 2/3, 97-110.

Henn, U., Lind, Th., Milisenda, C. C., Müller, S. & Stephan, T. (2020): Edelsteine und ihre künstlichen Eigenschaftsveränderungen: Türkis.- Z. Dt. Gemmol. Ges. 69, 3/4, 72-73.

 

 

Autor

Dr. Ulrich Henn, DGemG
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