Blog der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft

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Abbildung 2: Cabochon aus Panthera-Jaspis. Größe 30 x 22 mm. Sammlung DGemG, Foto U. Henn.

Zusammenfassung

Der Panthera-Jaspis ist ein dunkelgefleckter, gelblich-brauner bis brauner Jaspis aus Vorkommen in der Umgebung von Baumholder im südwestdeutschen Saar-Nahe-Becken. Die gelblich-braune bis braune Grundfarbe wird durch feine Einlagerungen von Limonit verursacht, die dunklen Flecken sind auf Manganminerale, speziell Romanèchit zurückzuführen. Hinweise auf die Verarbeitung zu Schmuckzwecken können bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden.

 

 

Einleitung

Aus der Umgebung von Baumholder, ca. 10 km südlich von Idar-Oberstein im südwestdeutschen Saar-Nahe-Becken, stammt ein außergewöhnlicher, dunkelgefleckter, gelblich-brauner bis brauner Jaspis, der seit Jahrhunderten zur Herstellung von kunstgewerblichen Gegenständen wie Prunkgefäßen, Schalen, Dosen und Tierfiguren (Abb. 1), aber auch in der Schmuckherstellung in Form von Cabochons (Abb. 2), Kugeln und Ringsteinen, sowie facettierten Steinen Verwendung fand.

 

 

Abb. 1 Hargesheimer 6.11.25 BlogAbbildung 1: Tierfigur “Französische Bulldogge” aus Panthera-Jaspis. Vermutlich Russland um 1900, Fabergé, mit Goldkette und goldmontierten, mit Demantoid besetzten Augen. Länge 5,5 cm. Foto Auktionshaus Hargesheimer, Düsseldorf

 

 

Abb. 2 hell Logo.JPGAbbildung 2: Cabochon aus Panthera-Jaspis. Größe 30 x 22 mm. Sammlung DGemG, Foto U. Henn

 


In Sammlerkreisen hat sich der Name Panthera-Jaspis etabliert. Ursprung der Bezeichnung könnte eine Panther-Figur aus dem auffälligen Material sein, die sich in der mineralogischen Sammlung der Universität Florenz (ausgestellt im Museum La Specola in Florenz) befindet und bereits 1589 erwähnt wurde (Schmidt, 2013; 2025). Weitere Belegstücke befinden sich in diversen Sammlungen, u.a. in der Mineralogischen Sammlung des Museums für Naturkunde in Berlin, im Grünen Gewölbe in Dresden, im Kunsthistorischen Museum Wien und in der Herzog-Anton-Ulrich-Sammlung im Naturhistorischen Museum Schleusingen (Schmidt, 2013; 2025).

Anmerkung: Im Handel existiert auch ein sogenannter Panther-Jaspis, der sich jedoch hinsichtlich Farbe (beige bis leicht bräunlich) und Zeichnung (teilweise gestreift oder brekzienartig) vom Panthera-Jaspis unterscheidet und unter anderem aus Namibia und Peru stammt.

Eine andere, Ende des 19. Jahrhunderts aufgekommene Bezeichnung, ist Elephantenjaspis (in Bezug auf die manchmal gefleckte Haut älterer asiatischer Elefanten), nicht zu verwechseln mit dem heute im Handel angebotenen Elefantenhaut-Jaspis aus Indien, einem braunen Jaspis aus dem Himalaya mit cremefarbenen oder schwarzen fossilen Resten, zumeist Bruchstücken von Muschelschalen oder Pflanzenreste.
Wahrscheinlich sind mehrere Fundorte des Pan-thera-Jaspis im Bereich von Baumholder bekannt gewesen, die jedoch aufgrund ihrer Lage auf dem Gebiet des heutigen Truppenübungsplatzes nicht öffentlich zugänglich sind. Eine Ortsangabe, die in Sammlerkreisen immer wieder Erwähnung findet, ist das ehemalige Dorf Mambächel. Neue Funde stammen aus genehmigten Grabungen im Zeitraum 1995 bis 2013 und bilden die Grundlage für die umfassende Arbeit über den Panthera-Jaspis aus 2025, die vom Zweitautor dieses Beitrags Ralf Schmidt publiziert wurde.

Das Saar-Nahe-Becken ist bekannt für seine seit dem 14. Jahrhundert genutzten Vorkommen von Achat und Jaspis aus permischen Vulkaniten, die zur Entstehung der weltbekannten Edelsteinindustrie mit Zentrum Idar-Oberstein führten (Bank, 1997; Henn, 2025a).

Die permischen Vulkanite des Saar-Nahe-Beckens, meist Andesite und Dacite, führen speziell im Raum Baumholder neben Achat und Jaspis auch Baryt (Schwerspat), sowie Eisen- und Manganerze, die kommerziell abgebaut wurden (Geis, 1953; Anacker, 1967; Wild, 1983), im Falle von Baryt bis 1974. Die Paragenese des Baumholderer Jaspis mit Manganerzen ist schon lange bekannt, was beispielsweise ein Belegstück mit Datierung 1883 im Museum für Naturkunde Berlin dokumentiert.

In seiner Arbeit über die Schwerspatlagerstätten an der oberen Nahe erwähnt Geis (1953) Eisenkiesel neben Eisen-Manganerz als Verdrängungsprodukt in Gängen. Handstücke aus verschiedenen Funden der vergangenen Jahre zeigen den Panthera-Jaspis in direkter Verwachsung mit weißem bis gelblichem und rosafarbigem Baryt. Das Beispiel in Abb. 3 zeigt die typische Paragenese von braunem, dunkelgeflecktem Panthera-Jaspis mit rosa- bis rötlich-orangefarbenem Baryt.

 

 

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heft1 2 2021

Inhalt des Hefts 1/2 Juni 2026

75 Jahre Zeitschrift der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft

C. C. Milisenda und J. Guo
Neues Vorkommen kupferführender Turmaline in Äthiopien

K. Schmetzer
Böhmische Granate - Vorkommen, Gewinnung und Verarbeitung

U. Henn und R. Schmidt
Panthera-Jaspis aus Baumholder

U. Henn, T. Döbler, Q. Wang und T. Stephan
Purpur- bis lilafarbener Chalcedon aus Äthiopien

Angie Crabtree: Edelsteine auf der Leinwand
Ein Portrait der Künstlerin von B. Weninger

 

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