Die Erkennung synthetischer Diamanten ist eine Kernaufgabe für die Gemmologie
Während des GZ-Round-Table-Gespräches auf der Intergem 2021 in Idar-Oberstein wurde deutlich, dass Aufklärung und sachgerechte Information zum Thema „synthetischer Diamant“ ganz entscheidend sind, um das Thema aus der richtigen Perspektive betrachten zu können, auch innerhalb der Schmuck- und Edelsteinbranche.
Das Erkennen und die Unterscheidung synthetischer Steine von echten Edelsteinen bildet die ursprüngliche „Raison d´Etre“ für eigenständige gemmologische Gesellschaften. Nahezu zeitgleich wurden die ältesten dieser Institutionen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts in Deutschland (DGemG), Großbritannien (GemA) sowie den USA (GIA) gegründet, um im Zusammenwirken von Wissenschaft und Wirtschaft (Edelstein- und Schmuckbranche) das Vertrauen des Konsumenten in die Echtheit der Produkte zu gewährleisten – und dies mit anhaltendem Erfolg: bis heute ist es der Gemmologie stets gelungen, Merkmale für die Echtheit eines Edelsteines gegenüber synthetischen Nachbildungen zu erkennen und für routinemäßig anwendbare Untersuchungsmethoden nutzbar zu machen.
Heute steht der Diamant im Fokus: die Produktion synthetischer Steine für den Einsatz im Schmuckbereich hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen - und mit ihr die sichere Erkennung synthetischer Diamanten zum Schutz des Vertrauens in (natürliche) Diamanten.
Aufgrund des technischen und damit (direkt verbundenen) korrespondierenden finanziellen Aufwandes bei der Produktion, sind synthetische Diamanten für den Schmucksektor erst seit relativ wenigen Jahren ein Thema. Dann jedoch hast es in der allgemeinen Wahrnehmung aufgrund zum Teil widersprüchlicher Kommunikation des Themas in der gesamten Bandbreite der heute zur Verfügung stehenden Kommunikationskanäle schnell große Aufmerksamkeit erreicht.
Für die Erkennung synthetischer Diamanten eignen sich eine Reihe von Merkmalen wie z.B. das Transparenzverhalten im UV-Spektralbereich, magnetische Eigenschaften, Spannungsmuster und Wachstumsstrukturen, die z.T. bei mikroskopischen Untersuchungen unter gekreuzten Polarisatoren sichtbar werden, spezifische Lumineszenz-Muster bei Anregung durch UV-Licht, etc. Diese Untersuchungen stehen nicht nur speziellen, gemmologisch hochgerüsteten Laboren zur Verfügung, sondern sind mit relativ überschaubarem apparativem (und finanziellem) Aufwand auch für den Juwelier durchführbar.
Die Deutsche Gemmologische Gesellschaft e.V. (DGemG) garantiert zusammen mit der Deutschen Stiftung Edelsteinforschung (DSEF) durch ein vielfältiges Fortbildungsangebot den direkten Transfer aus der wissenschaftlichen Forschung in die Edelstein- und Schmuckbranche:
- Für die Erkennung synthetischer Diamanten wurden spezielle Unterrichtsmodule in die diamantkundlichen Ausbildungskurse integriert. Für das Ausbildungsjahr 2022 werden Anmeldungen bereits jetzt entgegengenommen. Mehr Informationen…
- Eine ausführliche Abhandlung des Themas „Diamant“, inklusive einem Kapitel über synthetische Diamanten, findet sich im Sonderheft „Diamant“ der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft, das Mitglieder online abrufen können. Interessierte können die Ausgabe per E-Mail bestellen (
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. ). - In Workshops im Rahmen der Arbeitstagungen der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft, sowie in Fachvorträgen auf gemmologischen Konferenzen und Messen informieren Wissenschaftler der DGemG und DSEF regelmäßig über Aktuelles zur Thematik.
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