Blog der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft

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Deutsche Gemmologische Gesellschaft e.V.
Prof.-Schlossmacher-Str. 1
D-55743 Idar-Oberstein

 

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Für alle Beiträge behält sich die Deutsche Gemmologische Gesellschaft (Deutsche Gesellschaft für Edelsteinkunde) e.V. sämtliche Rechte vor, insbesondere die des Nachdrucks, der Übersetzung in andere Sprachen und der photomechanischen Wiedergabe. Die veröffentlichten Beiträge stellen – soweit namentlich bezeichnet – die Auffassung der Autoren dar und geben nicht notwendig die Meinung von Herausgeber und Schriftleitung wieder. (Content of this journal may not be reproduced in any form without the permission of the German Gemmological Association. Opinions expressed do not necessarily reflect the views of the Association.)

Jaspis und Jaspachat, Cabochons in diverse Formen (größter Stein: 47 x 42 mm). Foto: Q. Wang, DGemG

Zusammenfassung
Das heute als Besucherbergwerk erschlossene Vorkommen von Achat, Jaspis, Bergkristall, Amethyst und Rauchquarz im Steinkaulenberg am Rande der Edelsteinmetropole Idar-Oberstein hat eine über 250 Jahre lange Geschichte. Die an permische Vulkanite, speziell an Latiandesit gebundenen quarzführenden Geoden und Gänge lieferten bis 1875 Achate in diversen Weiß-, Grau-, Blau-, Rot- und Brauntönen, roten und gelben Jaspis, meist zusammen mit Moosachat und Achat bzw. Chalcedon (Jaspachat) sowie weißen und farblosen Quarz (Bergkristall), Amethyst und Rauchquarz. Verarbeitet wurde vor allem Achat und Jaspis von den einheimischen Schleifern in den wasserbetriebenen Schleifmühlen am Idarbach und Umgebung.

Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich neben Informationen zur Geschichte und Geologie des Vorkommens insbesondere mit den Fundmaterialien, deren Besonderheiten, Farbursachen und Farbveränderungen sowie gemmologischen Charakteristika, speziell den Einschlussmerkmalen.

 

Einleitung
Der Steinkaulenberg ist die bedeutendste Fundstelle von Achat und Jaspis sowie Amethyst, Rauchquarz und Bergkristall im Raum Idar-Oberstein, welcher zusammen mit den Gebieten von Oberkirchen- Freisen und Baumholder die drei bedeutendsten Fundstellen von Quarzen in Edelsteinqualität im Saar-Nahe-Raum darstellt. Diese Vorkommen haben zur Entstehung der weltweit bekannten Edelsteinindustrie mit Zentrum Idar-Oberstein geführt.

Gelegen ist der Steinkaulenberg (Abb. 1) am westlichen Rand des Stadtgebietes der Edelsteinmetropole Idar-Oberstein, etwa 1 Kilometer außerhalb des Stadtteils Algenrodt im Hangbereich eines dicht bewaldeten Bergrückens, der in geographischen Karten als Galgenberg geführt wird.

Zur Geschichte der Edelsteinregion Idar-Oberstein über Vorkommen, Geologie und Gewinnung gibt es zahlreiche Publikationen aus den vergangenen drei Jahrhunderten, u.a. von Collini (1777), Leonhard (1812), Noeggerath (1847, 1874, 1876), Lange (1868), Hisserich (1892), Wild (1963), Fischer (1970), Brandt (1978), Bank (1995, 1997, 2004), Dröschel (2000).

Speziell über den Steinkaulenberg berichtet das von Bank (1991) verfasste Buch „Das Schaubergwerk Steinkaulenberg in Idar-Oberstein – Ein Führer durch Europas einzige Edelsteinmine, die zur Besichtigung frei gegeben ist“. Darin wird das Besucherbergwerk (www.weiherschleife-steinkaulenbergwerk.de) vorgestellt, aber auch Geologie, Vorkommen, Gewinnung und Bearbeitung der Achate im Raum Idar-Oberstein dargestellt. Weiterhin enthält der Steinkaulenberg-Führer einen Beitrag von Schmitt-Riegraf zur Petrographie und Mineralogie des Saar-Nahe-Raums. Im ExtraLapis „Achat – Der Edelstein, aus dem Idar-Oberstein entstanden ist“ finden sich zwei Beiträge von Laarmann (2000a und b) über die Geologie und die Geschichte des Steinkaulenbergs. Weitere Beiträge zu Achat und Jaspis aus der Saar-Nahe-Region und darin auch Betrachtungen zum Steinkaulenberg stammen u.a. von Dröschel (2000) und Schmidt (2013, 2020). Bilder und kurze Charakterisierungen der Steinkaulenberger Achate und Jaspise finden sich u.a. auch bei Zens (2014), Andree (2015), Schäfer (2015), Dröschel (2017) sowie auf Onlineplattformen, z.B. achat-almanach.de, agates.click und mineralienatlas.de.

Der vorliegende Beitrag befasst sich mit mineralogisch-gemmologischen Betrachtungen zu den Achaten und Jaspisen aus dem Steinkaulenberg inklusive der dort vorkommenden makrokristallinen Quarzvarietäten Amethyst, Rauchquarz und Bergkristall. Im Einzelnen werden die für den Steinkaulenberg charakteristischen Edelsteine anhand ihrer makro- und mikrostrukturellen Besonderheiten dargestellt. Besondere Berücksichtigung findet die interessante Variation von Farben und Farbkombinationen sowie deren Ursache. Weiterhin werden die gemmologischen Standarddaten Lichtbrechung, maximale Doppelbrechung und Dichte angegeben sowie typische Einschlussmerkmale beschrieben. Vorangestellt ist ein Überblick zur Geschichte und Geologie der permischen Vorkommen von Achat und Jaspis sowie makrokristallinen Quarzvarietäten im Allgemeinen sowie der Fundstelle Steinkaulenberg im Speziellen.

 

Blick auf den Steinkaulenberg aus westlicher Richtung.Abbildung 1: Blick auf den Steinkaulenberg aus westlicher Richtung. Figure 1: View of the Steinkaulenberg from the west.

 

 

 

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heft1 2 2021

Inhalt des Hefts 3/4 Dezember 2025

U. HENN
Die Edelsteine aus dem Steinkaulenberg, Idar-Oberstein
Eine mineralogisch-gemmologische Betrachtung unter besonderer Berücksichtigung der Farbursachen und Einschlussparagenese

U. KEMPE, D. WEBER, R. KLEEBERG, K. UNGER, A. MASSANEK, M. MROZIK, M. WAGNER
Über die Materialanalyse zur Herkunftsbestimmung chinesischer Specksteinfiguren

CLAUDIO C. MILISENDA, DANIEL NYFELER, ULRIKE DURA, KLAUS SCHOLLENBRUCH, JIN GUO  und TAKAHITO MORI
Gemmologische Untersuchung des Rubins im Ring der Katharina von Bora („Lutherring“)

 

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Die Zeitschrift GEMMOLOGIE der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft ist eine technisch-wissenschaftliche Publikation in erster Linie für die Mitglieder der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft.

Sie erscheint seit 1952 in regelmäßigen Abständen, zur Zeit in zwei Doppelheften jährlich, und beinhaltet Artikel über Ergebnisse der Edelsteinforschung und Edelsteinuntersuchung sowie gemmologische Kurzinformationen. Der Bezug der Zeitschrift ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Auf Wunsch kann sie auch im Abonnement bezogen werden.

Einzelhefte oder ganze Jahrgänge, sofern noch lieferbar, können auf Anfrage auch käuflich erworben werden. Bestellung der Zeitschrift über E-Mail: info@dgemg.com
 

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