Herausgeber: Deutsche Gemmologische Gesellschaft e.V. Prof.-Schlossmacher-Str. 1 D-55743 Idar-Oberstein
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Im Zeitraum von Mai 2025 bis April 2026 haben 50 Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer die Fachprüfungen in den DGemG-Bildungsprogrammen Edelsteinkunde und Diamantenkunde mit Erfolg absolviert. Wir gratulieren an dieser Stelle noch einmal herzlich!
Edelsteinkunde
Beier, Gisela (St. Owald bei Plankenrath, Österreich) Bleiholder, Johanna (München) Bohde, Julie Chantal Christiane (Frankfurt) Cools, Eli Yoon (Berlin) Ertl-Spieler, Lena Patrizia (Essen) Fikenscher, Judith Elena Fiesinger, Viktoria (Berlin) Haas, Robert (Perchtoldsdorf, Österreich) Hahn, Tom (Kempen) Heck, Joseph (Zumikon, Schweiz) Heiden, Max-Joseph (München) Hünerbein, Paul (Berlin) Kerle, Konstantin (Hamburg) Kilchör, Victoria Jeanne (Bern, Schweiz) Longhitano, Moreno (Schaffhausen, Schweiz) Madhvan Nair, Sara Luxmi (Idar-Oberstein) Malah, Zakaria (Berlin) Messi, Veronica (Lugano, Schweiz) Murić, Ema (Hohnhorst) Onesmo Mbise, Jesca (Estepona, Spanien) Polat, Turgut (Berlin) Polkläser, Leonie (Köln) Pompei, Manuela (Reuler, Luxemburg) Quadir, Abdul (Troisdorf) Ruppenthal, Fabrice (Idar-Oberstein) Schaaf, Sophie (Berlin) Schöfer, Finn Michel (Schillsdorf) Sonntag, Björn (Leipzig) Spahija, Kevin Arben (Idar-Oberstein) Spettel, Sophie (Berlin) Struck, Florian Janek (Hamburg) Vaitl, Niklas (Türkheim) Wahl, Dominik Eric Lars (Stuttgart) Zeisberg, Ulrich (München)
Diamantenkunde
Behrendt, Kai (Flensburg) Bleiholder, Johanna (München) Böhm, Sophia (Frankfurt) Cools, Eli Yoon (Berlin) Ertl-Spieler, Lena Patrizia (Essen) Fiesinger, Viktoria (Berlin) Fikenscher, Judith Elena Gürtler, Gabriele (Bad Endorf) Heiden, Max-Joseph (München) Hünerbein, Paul (Berlin) Kilchör, Victoria Jeanna (Bern, Schweiz) Kühler, Leon (Lippstadt) Koller, Isabelle Anoinette (Zürich, Schweiz) Madhvan Nair, Sara Luxmi (Idar-Oberstein) Messi, Veronica (Lugano, Schweiz) Mismahl, Björn (Mühlheim a.d. Ruhr) Murić, Ema (Hohnhorst) Onesmo Mbise, Jesca (Estepona, Spanien) Pompei, Manuela (Reuler, Luxemburg) Schaaf, Sophie (Berlin) Schöfer, Finn Michel (Ovendorferredder) Schumachers, Luca (Krefeld) Sonnen, Karl (Krefeld) Sonntag, Björn (Leipzig) Spahija, Kevin Arben (Idar-Oberstein) Spettel, Sophie (Berlin) Thomas, Dorothea Maria (Ulm) Wadle, Philipp Friedrich Leo
Neue Fachmitglieder
Beier, Gisela (St. Owald bei Plankenrath, Österreich) Hahn, Tom (Kempen) Helbig, Maximilian (Stuttgart) Keszöcze, Wiebke (Bad Harzburg) Messi, Veronica (Lugano, Schweiz) Morais Garcia, Franziska Reginna (Düsseldorf) Schaaf, Sophie (Berlin) Schneider, Johannes Erich Sonntag, Björn (Leipzig) Vaitl, Niklas (Türkheim)
In diesem Jahr feiert das Ausbildungszentrum der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft e.V. sein 50jähriges Bestehen. Im Rahmen der Vorbereitungen auf dieses Jubiläum nutzten wir die Gelegenheit, mit vielen Alumni wieder in Kontakt zu treten – und ihre Kommentare und Geschichten bestätigen, wie wichtig ihre Zeit bei der DGemG hier in Idar-Oberstein für ihre berufliche Zukunft war. Über die nächsten Wochen und Monate werden wir die mit ihnen geführten Interviews über unseren Blog teilen, um angehenden Gemmologinnen und Gemmologen zu zeigen, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten in der Schmuck- und Edelsteinbranche sind.
Meine Ausbildung bei der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft (DGemG)
Ich habe die Ausbildung bei der DGemG im Frühjahr 2020 begonnen – im Rahmen meiner Vorbereitungen, das Familienunternehmen Juwelier J.C. Osthues in Münster zu übernehmen. Unser Haus ist seit jeher der Haute Joaillerie verpflichtet. Das bedeutet: Unsere Schmuckstücke definieren sich nahezu ausschließlich über den Edelstein – in Masse, Größe, Seltenheit und im Ausdruck purer Substanz.
Ich arbeite täglich mit Edelsteinen. Und wer mit etwas arbeitet, trägt Verantwortung. Für mich war es ein Muss, Steine nicht nur zu handeln, sondern sie ganzheitlich zu verstehen. Ihre Entstehung, ihre physikalischen Eigenschaften, ihre Besonderheiten – ich wollte nicht nur wissen, was ich sehe, sondern warum ich es sehe.
Ich wollte Fachfrau werden. Eine Gemmologin. Denn das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden basiert auf Expertise – und diese kann ich nur vermitteln, wenn ich mein Handwerk in der Tiefe beherrsche. In unserer Branche verkaufen wir nicht nur Wert, wir verkaufen vor allem Wahrheit. Ich war nicht bereit, diese Wahrheit nur zu wiederholen – ich wollte sie prüfen können.
Ich habe den Vollzeitbildungsgang belegt: Edelsteinkunde, Perlen und organische Substanzen, sowie Diamantenkunde. Von Mai bis September 2020 – mitten in der Frühphase der Corona-Pandemie.
Mein schönstes Erlebnis in Idar-Oberstein
Aufgrund von Corona war die Stadt leer, die Klassen klein, die Tische zwei Meter voneinander entfernt – doch für mich war es trotzdem eine ganz besondere Zeit. Ich war angekommen an einem Ort, der als Herzstück der internationalen Edelsteinwelt gilt. In einer Stadt, die äußerlich Patina trägt, aber im Innern noch immer den Takt vorgibt. Idar-Oberstein ist kein offensichtliches Schmuckstück, hat aber viel zu bieten.
Ich hatte das Glück, bei einem pensionierten Ehepaar zu wohnen, das selbst jahrzehntelang in der Branche tätig war. Unsere Gespräche waren lehrreich und voller Respekt für unser Handwerk. Es war das erste Mal, dass ich mich ganz in einem Umfeld bewegte, das ausschließlich aus Fachleuten bestand – Menschen, die fortan zu meinem beruflichen Kreis gehören würden.
In meiner Freizeit habe ich das Beste aus der Umgebung gemacht. Das Wetter war in den Monaten wirklich gut – oft sonnig, nicht zu heiß. Ideal, um nach stundenlangem Mikroskopieren den Kopf freizubekommen. Ich war viel draußen unterwegs. Der Hunsrück hat mich überrascht – landschaftlich abwechslungsreich, ruhig, fast ein bisschen verwunschen. Perfekt für Spaziergänge, kleine Wanderungen und Momente, in denen man einfach mal durchatmet.
Idar-Oberstein selbst ist ein Ort voller Gegensätze. Auf den ersten Blick wirkt die Stadt etwas in die Jahre gekommen – aber wenn man sich darauf einlässt, entdeckt man zwischen Felsenkirche und Edelsteinmuseum doch den ganz eigenen Charme dieser traditionsreichen Region. Man spürt, dass hier ein Handwerk zu Hause ist, das über Generationen gewachsen ist. Ich habe in dieser Zeit viele kleine Ecken entdeckt – lokale Cafés und Restaurants wo man nach 2-mal sitzen zum inner circle gehört, den Wochenmarkt, ein tolles Naturbad.
Mein persönlicher „Geheimtipp“: Herrstein. Ein malerisches Fachwerkdorf mit einem tollen Café – ideal, um sich nach einem langen Spaziergang ein Glas Wein zu gönnen. Überhaupt: Rheinland-Pfalz ist Weinland. Es gibt wunderbare regionale Weine, die man direkt vom Winzer bekommt. Das hat dem Ganzen eine fast südliche Leichtigkeit gegeben.
An freien Tagen habe ich auch Ausflüge gemacht – Trier natürlich, mit seinem römischen Erbe und der schönen Altstadt. Mainz, lebendig und urban, war ebenfalls gut erreichbar, genau wie Bad Kreuznach mit seinen Thermalquellen und netten Restaurants. Ich erinnere mich an Nachmittage auf kleinen Weingütern, an Abende, an denen wir in kleinen Gruppen zusammensaßen.
Und ich habe eine Freundin gefunden – aus einer Kommilitonin wurde ein Mensch, mit dem ich noch heute in Kontakt bin. Wir sehen uns auf Messen, sie arbeitet inzwischen bei Bucherer. Diese Verbindung hat die Ausbildung für mich noch einmal menschlich geadelt.
Was mir an der Ausbildung besonders gefallen hat
Edelsteine zu studieren bedeutet, die Welt in ihrer Substanz zu begreifen. Ich hatte wenig Berührungspunkte mit Physik und Chemie – aber durch die Gemmologie haben sich mir diese Disziplinen plötzlich erschlossen. Lichtverhalten, Brechungsindex, Doppelbrechung, Dispersion – all das begegnet uns im Alltag, oft unbemerkt. In der Edelsteinbestimmung wird daraus ein Handwerk.
Besonders begeistert hat mich die detektivische Präzision, die das Identifizieren von Steinen erfordert. Es ist wie ein Rätsel, das sich nur durch Akribie, Konzentration und ein tiefes Verständnis lösen lässt. Das kann auch eine Herausforderung sein,- wer einmal in der „Korund-Woche“ war, weiß, was ich meine.
Die intensive Beschäftigung mit dem Mikroskop, die geduldige Schulung der Sinne, das genaue Beobachten – all das hatte für mich fast meditativen Charakter. Die langen Mittagspausen, das Arbeiten im eigenen Tempo, das Lernen mit Tiefe: Es war intellektueller Luxus. Mein Dank gilt Herrn Stephan und dem gesamten Team – das Wissen, das sie vermitteln, ist beeindruckend, die Art der Vermittlung sympathisch und motivierend.
Was ich gelernt habe und täglich anwende
Nach der Ausbildung habe ich mein eigenes gemmologisches Labor im Haus Osthues neu aufgesetzt. Das alte Refraktometer meines Vaters habe ich ersetzt, ein Mikroskop nach meinen Bedürfnissen angeschafft. Heute arbeite ich täglich mit dem Gelernten.
„Ist der Stein echt?“ – Das ist wohl die häufigste Frage, die mir gestellt wird. Und ich kann sie beantworten. Mal auf den ersten Blick, mal nach tiefer Analyse. Manchmal bin ich sofort sicher – manchmal kehre ich gedanklich zurück nach Idar-Oberstein und arbeite mich durch das gesamte Repertoire. Ich liebe das. Es ist Konzentration, es ist Handwerk – und es ist mein Beitrag zur Integrität unseres Hauses.
Hat die Ausbildung mein Leben beeinflusst?
Unbedingt. Die Ausbildung hat mir das Selbstbewusstsein gegeben, meine Rolle als Unternehmerin und Fachfrau authentisch auszufüllen. Ohne sie hätte ich mich in meinem Beruf nicht glaubwürdig gefühlt – vielleicht sogar fehl am Platz. Heute weiß ich, wovon ich spreche, wenn ich über Steine rede. Ich bin keine „Trägerin eines Titels“, sondern jemand, der ihn mit Substanz füllt.
Was ich heute beruflich mache
Ich bin Inhaberin von Juwelier J.C. Osthues in Münster. Ich habe im April 2024 das Geschäft von meinem Vater übernommen – als erste Frau an der Spitze unseres Hauses. Die Nachfolge war nicht nur ein Generationswechsel, sondern eine bewusste Fortführung unserer Werte in einer neuen Zeit. Ich stehe für Kontinuität in Haltung und Wandel in Perspektive.
Mein Lieblingsedelstein
Ich kann mich nicht entscheiden. Der Padparadscha – diese Farbe zwischen Lotus und Sonnenuntergang – fasziniert mich. Der Spinell mit seinen satten Tönen, seiner oft unterschätzten Schönheit. Der Paraiba-Turmalin mit seiner Herkunftsgeschichte zwischen Brasilien, Nigeria und den Bewegungen der Erdplatten – das ist Geologie mit Drama.
Und die Granat-Gruppe hat es mir schon immer angetan. Almandin, Rhodolith, Tsavorit, Demantoid – diese Vielfalt an Farben und Geschichten ist ein Schatz für sich.
In diesem Jahr feiert das Ausbildungszentrum der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft e.V. sein 50jähriges Bestehen. Im Rahmen der Vorbereitungen auf dieses Jubiläum nutzten wir die Gelegenheit, mit vielen Alumni wieder in Kontakt zu treten – und ihre Kommentare und Geschichten bestätigen, wie wichtig ihre Zeit bei der DGemG hier in Idar-Oberstein für ihre berufliche Zukunft war. Über die nächsten Wochen und Monate werden wir die mit ihnen geführten Interviews über unseren Blog teilen, um angehenden Gemmologinnen und Gemmologen zu zeigen, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten in der Schmuck- und Edelsteinbranche sind.
Wo arbeiten Sie?
Wir bei Hofer Antikschmuck in Berlin handeln mit historischen Schmuckstücken von der klassischen Antike bis zum Art Déco sowie mit ausgewähltem Vintage-Schmuck. Mit unserem Team aus Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern erforschen wir die Geschichten hinter den Objekten, ihre Rolle in Mode, Gesellschaft und Kultur und geben den historischen Schmuckstücken so die Gelegenheit, in der Gegenwart etwas über sich und ihre Zeit zu erzählen.
Was ist das Besondere an der Ausbildung bei der Gemmologischen Gesellschaft?
Die Entscheidung, meine Expertise als Kunsthistoriker durch die Ausbildung bei der Gemmologischen Gesellschaft zu ergänzen, hat sich als ein Glücksfall erwiesen – denn die hier vermittelten Inhalte ergänzen unsere Kenntnisse auf ideale Weise. Der für mich wichtigste und wertvollste Aspekt der Ausbildung in Idar-Oberstein ist dabei die konsequent gleichrangige Gewichtung von Theorie und Praxis. Der theoretische Teil, meist am Vormittag, gibt einen Überblick über die Eigenschaften der verschiedenen Steine, ihre Vorkommen, Behandlungen, Imitationen und Synthesen und die Möglichkeiten, diese zu erkennen. Für unsere Arbeit sehr nützlich war aber ebenso der historische Überblick über die Etappen der Geschichte ihres Abbaus und ihrer Verwendung. In früherer Zeit verbreitete, heute eher kuriose Artefakte wie Granat-Glas-Dubletten kamen dabei ebenso zur Sprache wie die neuesten Entwicklungen im Bereich der Diamantsynthesen.
Die praktische Untersuchung, meist am Nachmittag, erlaubt es, die zuvor theoretisch vermittelten Inhalte mit Mikroskop bzw. Lupe im Edelstein nachvollziehen zu können und so im Gedächtnis abrufbar zu machen. Die Kursleiterinnen und Kursleiter helfen hier mit großer Erfahrung und nicht weniger großer Geduld, die entscheidenden Strukturen in den vielen vor Ort vorrätigen Beispielsteinen zu erkennen und zu ordnen.
Das Programm der Ausbildung wirkt auf den ersten Blick sicherlich lang. Gerade die große Anzahl der im praktischen Teil betrachteten Beispiele hilft aber, eine Erfahrung und Sicherheit in der Bestimmung zu erreichen, die bei einer nur theoretischen oder online absolvierten Ausbildung unmöglich wäre. Im Alltag im Handel begegnen ja eben nicht nur prototypisch ideale Edelsteine, die bereits im Vergleich mit einer Abbildung alles über sich verraten würden. Die eigentliche Herausforderung ist es vielmehr, die Zweifelsfälle und unklaren Beispiele zu erkennen und einschätzen zu können. Und, nicht zuletzt, sich auch der Grenzen der verschiedenen Untersuchungsmethoden bewusst zu sein.
Lassen sich Ausbildung und Beruf kombinieren?
Ich habe Idar-Oberstein in Etappen von meist zwei Wochen besucht, um Arbeit und Ausbildung kombinieren zu können. Die klar strukturierten Inhalte der Ausbildung machen dies problemlos möglich. Und es erlaubt zugleich, immer mal wieder ein sonniges Wochenende im wunderbaren Nationalpark Hunsrück oder anderen Ausflugszielen in der Region zu verbringen. Mein Tipp: Die Jugendstilsammlung im Museum in Wiesbaden ist großartig, und ebenso lohnt sich ein Tagesausflug nach Metz!
Der Referent des Seminars, Guido Stegmann.Nach dem Besuch der Lehrgänge im Edelstein- und Diamantbereich bei der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft interessieren sich viele Gold- und Silberschmiede oder auch Juweliere für das Sachverständigenamt. Um diesen Absolventen den Einstieg in diese Thematik zu erleichtern, wird nun in den Räumlichkeiten der DGemG in Kooperation mit dem Zentralverband der Deutschen Goldschmiede und Silberschmiede ein Sachverständigenseminar angeboten. Die Teilnehmer sollten über eine einschlägige Ausbildung innerhalb der Branche verfügen und einige Jahre Berufserfahrung mitbringen. In dem Seminar werden die theoretischen Grundlagen der Sachverständigentätigkeit vermittelt. Hierzu zählen unter anderem die rechtlich-organisatorischen Grundlagen, deren Kenntnis auch für eine öffentliche Bestellung und Vereidigung als Sachverständiger erforderlich sind. Insbesondere Kenntnisse der einzelnen Prozessordnungen, das Verhalten vor Gericht, das Verhältnis zu Auftraggebern und Verfahrensgegnern sowie die Vergütungsregeln werden besprochen. Darüber hinaus behandelt der Kurs die Wertarten in der Schmuckbranche sowie die Ermittlung von Werten im Einzelfall. Das Erlernte wird in praktischen Übungen vertieft. Am Ende der Seminarwoche, die vom 31.03.25 bis zum 04.04.25 stattfindet, gibt es einen Abschlusstest, welcher bei erreichen der erforderlichen Punktzahl als Modul zum Nachweis der besonderen Sachkunde gegenüber einer Kammer (IHK, HWK) dienen kann. Wer sich für eine öffentliche Bestellung und Vereidigung interessiert, erfährt im Kurs, welche Voraussetzungen hierfür zu erbringen sind und wie die Beantragung zu erfolgen hat. Anmeldungen sind an den Zentralverband der Deutschen Goldschmiede und Silberschmiede in Cottbus (Tel. 0355 / 29 06 50 35 Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) zu richten, der auch gerne Fragen zum Sachverständigenamt beantwortet.
Synthetische Diamanten werden bereits seit Mitte des 20. Jahrhunderts hergestellt und seitdem weit verbreitet in Industrie und Technik eingesetzt – begonnen bei der Nutzung der hohen Härte in Fräsen und Bohrern, über Anwendungen in elektronischen Bauteilen bis hin zur Verwendung in modernsten Quantencomputern.
In der Schmuckbranche haben synthetische Diamanten erst in den letzten Jahren immer stärker an Bedeutung gewonnen und stellen für den Verbraucher ein günstigeres Ersatzprodukt zum natürlichen Diamanten dar. Im Sinne des Verbraucherschutzes ist es dabei unabdingbar durch eine eindeutige Nomenklatur die Unterschiede zwischen beiden Produkten klar und leicht verständlich darzulegen, um somit dem Verbraucher alle notwendigen Informationen für eine bedachte Kaufentscheidung zur Hand zu geben.
Ohrstecker mit natürlichen Diamanten. Die stärkere Fluoreszenz im langwelligen UV (Mitte) gegenüber einer schwächeren Fluoreszenz im kurzwelligen UV (rechts) ist charakteristisch für natürliche Diamanten.
Der Gemmologie kommt hierbei die besondere Aufgabe zu, Möglichkeiten zu erforschen und zu entwickeln, die jederzeit eine eindeutige Unterscheidung zwischen beiden Produkten ermöglichen – eine Aufgabenstellung, aus der heraus sich die ältesten gemmologischen Gesellschaften, wie auch die 1932 gegründete Deutsche Gemmologische Gesellschaft e.V., Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt haben. Die große damalige Herausforderung war die Erkennung synthetischer Rubine und synthetischer Saphire.
Aus der gemmologischen Forschung heraus wurden in den letzten Jahren verschiedene Untersuchungsmethoden entwickelt. Die Kombination dieser Methoden ermöglicht eine sichere und routinemäßige Unterscheidung natürlicher und synthetischer Diamanten. Wie bei allen Untersuchungsmöglichkeiten ist hierbei das Wissen um Grenzen und Einschränkungen der Testgeräte von essenzieller Bedeutung.
Testgeräte zur Messung der UV-Transparenz unterscheiden Diamanten vom Typ I und Typ II. Synthetische farblose Diamanten gehören immer dem Typ II an, wohingegen 98% der natürlichen Diamanten dem Typ I angehören. Die Anzeige "CVD/HPHT" bedeutet bei dem abgebildeten Gerät, dass der Stein zum Typ II gehört - und damit natürlich oder synthetisch sein könnte. In diesem Fall müssen weitere Tests durchgeführt werden.
Die Unterscheidung natürlicher und synthetischer Diamanten ist einer der Themenschwerpunkte unseres vierwöchigen Bildungsprogramms Diamantenkunde.
Speziell zur vorangehend angesprochenen Thematik bietet die Deutsche Gemmologische Gesellschaft e.V. in diesem Jahr drei jeweils zweitägige Intensivseminare an, die neben theoretischen Aspekten auch die praktische Untersuchung natürlicher und synthetischer Diamanten mit Hilfe routinemäßig einsetzbarer Geräte beinhaltet:
Kosten: 400€, Anmeldungen per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Daneben werden zwei jeweils zweiteilige Online-Vortragsreihen veranstaltet, die die theoretischen Grundlagen sowie wichtigsten Untersuchungsgeräte behandeln:
10.04. und 17.04.2024, 20-22 Uhr (beendet) 05.06. und 12.06.2024, 20-22 Uhr (beendet)
Kosten: 120€, Anmeldungen per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Unter Beleuchtung mit kurzwelligem UV zeigt dieser synthetische Diamant (HPHT-Verfahren) charakteristische kubo-oktaedrische Wachstumsstrukturen.
Inhalte der Intensivseminare:
Nomenklatur und Begrifflichkeiten, aktuelle Trends und Entwicklungen
Bildungsbedingungen und Gewinnung natürlicher Diamanten
Herstellungsverfahren synthetischer Diamanten
Unterscheidungsmöglichkeiten zwischen natürlichen und synthetischen Diamanten:
Kristallmorphologie
Einschlussdiagnostik
Prüfgeräte zur Unterscheidung natürlicher und synthetischer Diamanten, deren Anwendung sowie Einschränkungen und Fehlerquellen
Exkurs: weiterführende Methoden in gemmologischen Labors
Zusätzliche Inhalte in den Präsenzseminaren:
praktische Workshops, Untersuchung einer Vielzahl von natürlichen und synthetischen Diamanten aus der DGemG-Sammlung
praktische Demonstration der Prüfgeräte
eigenständiges Arbeiten mit den Prüfgeräten
praktische Demonstration der Untersuchung von natürlichen und synthetischen Diamanten im gefassten Zustand in Schmuckstücken
Über die Seminarteilnahme wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Auf Anfrage können für Gruppen ab acht Teilnehmern auch individuelle Termine angeboten werden, auf Wunsch gerne auch in Ihren eigenen Räumlichkeiten.
Hinweis: Die Inhalte der Online-Vortragsreihe werden auch in den Präsenzveranstaltungen abgedeckt. In den Präsenzveranstaltungen haben Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Möglichkeit, die vorgestellten Prüfungsmethoden an einer umfangreichen Sammlung natürlicher und synthetischer Diamanten selbst anzuwenden, um sich somit ein Gefühl zu erarbeiten, welche Untersuchungsmöglichkeit für den Eigenbedarf am geeignetsten ist.
Zudem ist zu beachten, dass eine Teilnahme an diesen Intensivseminaren nicht auf unser vierwöchiges Bildungsprogramm Diamantenkunde angerechnet werden kann.